Knochenbildung beim Sanierungspacker: Ursachen, Folgen und wie Sie das Problem vermeiden
Wenn der Packer nicht gleichmäßig anliegt
Bei der Kurzlinersanierung zählt jedes Detail. Eine gleichmäßige Druckverteilung des Packers ist entscheidend, damit das Sanierungsmaterial zuverlässig an die Rohrwand angepresst wird. Kommt es zur sogenannten Knochenbildung, können Qualitätsmängel, Materialschäden und unnötige Folgekosten entstehen.
Doch was steckt hinter diesem Phänomen – und wie lässt es sich vermeiden?
Was versteht man unter Knochenbildung?
Von Knochenbildung (siehe Bild) spricht man, wenn sich ein Sanierungspacker beim Aufblasen nicht gleichmäßig zylindrisch ausdehnt. Stattdessen weiten sich die Endbereiche stärker aus als der mittlere Abschnitt. Dadurch entsteht eine Form, die an einen Knochen erinnert: breite Enden, schmalere Mitte.
Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in der Form, sondern in der Druckverteilung. Während die Packerenden bereits an der Rohrwand anliegen, erreicht der Mittelbereich häufig nicht den erforderlichen Anpressdruck. Das Sanierungsmaterial wird dadurch nicht überall gleichmäßig gegen die Rohrwand gedrückt.
Im Rohr wäre deutlich zu erkennen, dass die Enden bereits Kontakt zur Rohrwand haben, während im Zentrum noch ein Luftspalt zwischen Packer und Rohr verbleibt.
Die häufigste Ursache: Ungleichmäßige Folienwicklung
In den meisten Fällen entsteht Knochenbildung durch eine ungleichmäßige Wicklung der Stretchfolie.
Werden die äußeren Bereiche des Packers mit weniger Folienlagen umwickelt als der Mittelbereich, bieten sie dem Innendruck einen geringeren Widerstand. Beim Aufblasen dehnen sich die Enden deshalb schneller und stärker aus.
Sobald die Endbereiche die Rohrwand berühren, wird ein Teil des Drucks bereits dort aufgenommen. Für die vollständige Ausdehnung des mittleren Bereichs steht dann nicht mehr genügend Druck zur Verfügung. Die Folge ist eine ungleichmäßige Druckverteilung über die gesamte Packerlänge.
Die Auswirkungen auf einen Blick
- Stärkere Ausdehnung an den Packerenden
- Reduzierter Anpressdruck im Mittelbereich
- Ungleichmäßige Kraftübertragung auf das Laminat
- Mögliche Qualitätseinbußen bei der Sanierung
- Erhöhte Belastung des Packers
Folgen für die Lebensdauer des Packers
Knochenbildung beeinflusst nicht nur das Sanierungsergebnis, sondern kann den Packer dauerhaft schädigen.
Nach dem Ausbau zeigt sich häufig, dass der Gummi in den Endbereichen deutlich stärker belastet wurde als im mittleren Abschnitt. Diese Überdehnung kann zu bleibenden Verformungen führen.
Ein einmal deformierter Packer neigt dazu, bei späteren Einsätzen erneut dieselbe Form anzunehmen. Dadurch steigt das Risiko wiederkehrender Druckprobleme, während sich die Nutzungsdauer des Packers erheblich verkürzen kann.
Warum hochwertige Packersysteme Vorteile bieten
Eine sorgfältige und gleichmäßige Wicklung ist bei jedem Packer-System unverzichtbar. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede bei Konstruktion und Materialqualität.
Einfachere oder preisgünstigere Systeme reagieren häufig empfindlicher auf Wicklungsfehler und Druckunterschiede. Bereits geringe Abweichungen können zu deutlichen Verformungen führen.
Hochwertige Packersysteme sind hingegen darauf ausgelegt, Belastungen gleichmäßiger aufzunehmen und Druckunterschiede besser zu kompensieren. Das sorgt für reproduzierbare Ergebnisse, höhere Prozesssicherheit und eine längere Lebensdauer der Komponenten.
Praxistipp: So vermeiden Sie Knochenbildung
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
Stretchfolie über die gesamte Packerlänge gleichmäßig aufbringen
Auf identische Wicklungsstärken an beiden Enden achten
Den Packer bereits auf der Luftschiebestange mit der Wicklung beginnen
Die Wicklung über den eigentlichen Gummibereich hinaus fortführen
Herstellerangaben konsequent einhalten
Den Packer vor jedem Einsatz auf Verformungen kontrollieren
Ein bewährter Ansatz besteht darin, den Packer bereits vor dem Wickeln mit der Luftschiebestange zu verbinden. So kann die Folienwicklung mit der erforderlichen Überlappung beginnen, bevor der eigentliche Packergummi erreicht wird.
Auch am hinteren Ende sollte die Wicklung einige Umdrehungen über den Packer hinausgeführt werden, bevor die Folie abgeschnitten wird. Dadurch entsteht eine gleichmäßigere Druckverteilung über die gesamte Länge.
Fazit
Knochenbildung ist ein typisches Anzeichen für eine ungleichmäßige Druckverteilung beim Aufblasen eines Sanierungspackers. Häufigste Ursache ist eine ungleichmäßige Folienwicklung, wodurch sich die Packerenden stärker ausdehnen als der Mittelbereich.
Für Sanierungsunternehmen gilt daher: Eine sorgfältige Vorbereitung, saubere Wickeltechnik und hochwertige Packersysteme sind entscheidende Voraussetzungen für eine zuverlässige Druckverteilung und dauerhaft hochwertige Sanierungsergebnisse.
Wer auf Qualität und Präzision setzt, reduziert das Risiko von Nacharbeiten, verlängert die Lebensdauer seiner Packer und erhöht die Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle.
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siehe auch:
Rohrsanierung mit zwei inkompatiblen Rohrdimensionen | Mowotas
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