Praxisbeispiel Inlinersanierung einer 67 Meter langen, korrodierten Fallleitung
Unser Anwendungstechniker war bei einem Kunden in Rijeka (Kroatien) und hatte sich einer besonderen Herausforderung zu stellen: Eine 67 Meter lange Fallleitung sollte mittels Langlinerverfahren (Inlinersanierung) saniert werden. Das Besondere daran war, dass die Leitung in sehr schlechtem Zustand war und 3 Umgehungen mit 45 Grad Bögen beinhaltete mit jeweils ausgebrochenen Außenwänden. Die Sanierung einer solchen langen Leitung auch ohne Besonderheiten hätte so manchen Sanierer vor enorme Probleme gestellt. Wie diese Herausforderung mit unseren Produkten jedoch erfolgreich gemeistert werden konnte, erfahren Sie im Folgenden:
Was ist die Langlinersanierung?
Die Inlinersanierung wird auch als Longliner- oder Langliner-Sanierung bezeichnet. In jedem Fall handelt es sich immer um eine dauerhafte und ausgrabungsfreie Vollsanierung.
Grundlegend lassen sich nahezu alle Rohrmaterialien mit einem Inliner bzw. einem Rohr im Rohr auskleiden. Hierbei wird ein in Harz getränkter Gewebeschlauch auf die gesamte Länge eines Rohrabschnittes zugeschnitten und mittels einer Inversionstrommel im eingerollten Zustand ins Rohrinnere gebracht. Der Schlauch ist im Durchmesser genau an das zu sanierende Rohr angepasst. Im darauffolgenden Schritt wird der Liner kraft Luft- oder Wasserzufuhr aus der Inversionstrommel an die Rohrinnenwand gepresst und zum Aushärten gebracht. Sobald der Liner komplett aushärtet, sind vorhandene Risse geschlossen und die Abwasserleitungen wieder voll betriebsfähig. Beim Inliner-Verfahren kommt es zu geringen Einschränkungen in der Wasserzufuhr.
Fallstrangsanierung in Rijeka

Die Herausforderung bei der Abwasserfallleitung (Guss-Leitung) war, dass diese stark korrodiert hatte und im Bogenbereich bereits Ausbrüche und Löcher hatte. Der Durchmesser war DN 110 und die Leitung 67 Meter lang.
Der Haltungsverlauf wie folgt: (von oben nach unten)
- 2m Fallleitung
- 45°bogen
- 1m diagonal
- 45°Bogen
- 15m Fallleitung
- 4x 45° (Fallstrang wurde um ein querendes Rohr herum gebaut)
- 15m Fallleitung
- 4x 45° (Fallstrang wurde um ein querendes Rohr herum gebaut)
- 15m Fallleitung
- 4x 45° (Fallstrang wurde um ein querendes Rohr herum gebaut)
- 16m Fallleitung
Im Keller wurde die Leitung auf einen Meter geöffnet, wo der Liner enden soll.
Im Folgenden sehen Sie dazu die Skizze unseres Anwendungstechnikers:

Es sollte Liner und Kalibrierschlauch zusammen inversiert werden, da der Liner mit Dampf ausgehärtet werden muss. Geplant war, den Liner von oben nach unten zu inversieren und anschließend von unten nach oben mit Dampf auszuhärten, da es unverhältnismäßig viel Aufwand gewesen wäre, den großen Kompressor (2500 L/min) und die Dampfanlage auf das Dach des knapp 70m hohen Hauses zu befördern. Da das Rohr DN110 ist, muss ein Liner verwendet werden, welcher in der Lage ist, sich von DN 100 auf DN 110 auszudehnen. Sanikom SX2 Liner oder Sanikom SX3 Liner sind laut unserem Anwendungstechniker die optimalen Liner hierfür. Daraufhin wurde ein Kalibrierschlauch DN 125 genommen, um sicherzustellen, dass der Liner überall mit der Rohrwand verklebt.
Zudem bestand die Gefahr, da das Rohr in den Bögen bereits gebrochen war und es fehlende Wandungsteile im Außenbogen gab, dass der Liner nicht ohne Hilfe durch die Bögen läuft. Somit sollte der Liner mit einem Führungsseil installiert werden. Das Führungsseil gibt dem Liner während der Installation die Richtung vor, in welcher er laufen soll. In der Vorbereitung wurde in den trockenen Liner ein Flachband auf der gesamten Länge (67m) eingezogen. Anschließend wurde der trockene (nicht mit Harz getränkte Liner) in den gegen transparenten Dampf beständigen Kalibrierschlauch eingezogen. Zudem wurde auch ein Seil in den Fallstrang eingeführt.
Nun wurde der Liner, welcher bereits im Kalibrierschlauch war, mit Harz getränkt (imprägniert). Am Kalibrierschlauch-Ende wurde ein Dampfauslass, bzw. Einlass mit Kugelhahn eingebunden, um später den Dampfschlauch anschließen zu können. Anschließend wurde dies in die Sanidrum 700 aufgewickelt und mit Hilfe des Führungsseils in das Rohr inversiert.

Bei Fallstrangsanierungen darf der Liner im Rohr vom Einbau bis zur endgültigen Aushärtung niemals drucklos werden, da der Liner sonst im Rohr nach unten gleitet, was Falten oder gar einen Rohrverschluss zur Folge gehabt hätte. Daher wurde am unteren Ende des Kalibrierschlauches der Dampfschlauch angeschlossen und der Liner im Rohr von unten nach oben mit Dampf durchströmt, bis er vollständig ausgehärtet war. Der Dampfauslass war an der Trommel auf dem Dach. Nach der Aushärtung wurde der Kalibrierschlauch in die Trommel zurück gestülpt und die Linerenden abgeschnitten.
Am Ende bestand eine erfolgreiche, tadellose Sanierung eines Fallstranges, wofür es nicht mal einen vollen Arbeitstag gebraucht hat.

Insgesamt war das Besondere dieser Sanierung:
- die 67 Meter lange Fallleitung -> diese enorme Strecke ist sonst nicht üblich
- Der schlechte Zustand der Fallleitung mit Ausbrüchen und Löchern -> hier wurde die Gefahr gemeistert, dass der Liner nicht durchläuft
- Die mehrfachen Bögen in der Leitung -> auch hier musste der Liner durchlaufen, was durch das Führungsseil und die Installation gewährleistet wurde!
- Es wurde mit Dampfaushärtung von unten nach oben gearbeitet
- Inversion wurde von oben nach unten betrieben
Die wenigsten Sanierer trauen sich solche Herausforderungen anzugehen. Unser Anwendungstechniker hat es aber erfolgreich und tadellos gemeistert. Insgesamt haben aber unsere Produkte im Bereich der Inlinersanierung zum Erfolg des Projektes beigetragen.
Wollen auch Sie sich zu Ihrer Sanierungsherausforderung beraten lassen? Wir machen Ihnen ein unverbindliches Angebot.
________________________
Neugierig, wer dahinter steckt?
Hier geht's direkt zum LinkedIn-Profil von Dr. Daniela Brandt, der Autorin dieses Beitrags.
Oder scannen Sie einfach den QR-Code mit dem Handy:
