Rohrabsperrblasen sind unverzichtbare Hilfsmittel in der Kanal- und Rohrleitungstechnik. Ob bei Sanierungsarbeiten, Dichtheitsprüfungen oder Reparaturen – sie ermöglichen eine sichere und temporäre Absperrung von Rohrleitungen. Doch ihre sichere Anwendung endet nicht mit dem Aufpumpen der Blase. Erst die richtige Ausschubsicherung schützt Mensch und Material zuverlässig. So schreibt die DGUV in Ihrer Richtlinie von 2022:
"Wenn Gefährdungen durch unkontrolliertes Verschieben von Rohrabsperrgeräten für Versicherte bestehen, müssen die Rohrabsperrgeräte durch eine geeignete formschlüssige Sicherung gegen unkontrolliertes Verschieben oder Ausschub infolge Leitungsdrucks gesichert werden. Auf diese Sicherungrung kann nur verzichtet werden, wenn die Herstellerfirma des Rohrabsperrgerätes eine formschlüssige Sicherung nicht grundsätzlich verlangt" (DGUV Information 201-022, Seite 12).
Mögliche Gefahren reichen von Verletzungen durch umherfliegende Bauteile über Überflutungen mit Ertrinkungsgefahr bis hin zum plötzlichen Austritt gefährlicher Gase, die zu Erstickung oder Vergiftung führen können. Auch Knall- und Druckverletzungen sind beim Versagen pneumatischer Dichtkörper möglich. Eine sorgfältige Planung, regelmäßige Kontrolle und die Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen sind deshalb unerlässlich.
Sicherheit beginnt vor dem Einbau
Beim Einsatz einer Absperrblase wirken erhebliche Kräfte auf das Absperrsystem. Bereits geringe Wasserstände oder niedrige Gegendrücke können eine Rohrabsperrblase mit enormer Kraft aus dem Rohr drücken. Ohne geeignete Sicherung besteht ein erhebliches Unfallrisiko.
Deshalb gehört eine fachgerecht ausgelegte Ausschubsicherung heute zu jedem sicheren Einsatz von Absperrblasen und sollte bereits in der Arbeitsvorbereitung berücksichtigt werden.
Welche Kräfte wirken auf eine Rohrabsperrblase?
Während die Rohrabsperrblase den Wasser- oder Abwasserstrom abdichtet, wirkt der vorhandene Sperrdruck auf die gesamte Rohrquerschnittsfläche. Dadurch entstehen Ausschubkräfte, die häufig unterschätzt werden.
Je größer der Rohrdurchmesser und je höher der anstehende Druck, desto größer wird die Kraft, mit der die Blase aus dem Rohr geschoben werden kann. Löst sich die Absperrblase unkontrolliert, kann sie innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einem gefährlichen Geschoss werden.
Warum eine Ausschubsicherung unverzichtbar ist
Eine professionelle Ausschubsicherung verhindert das unkontrollierte Ausschieben der Rohrblase und nimmt die auftretenden Kräfte zuverlässig auf.
Ihre Vorteile:
Maximale Sicherheit für Mitarbeiter
Schutz vor unkontrolliertem Ausschieben des Rohrabsperrgeräts
Vermeidung von Sachschäden
Einhaltung aktueller Arbeitsschutzvorgaben
Sicheres Arbeiten auch bei höheren Sperr- und Gegendrücken
Gerade bei Arbeiten in Schächten oder engen Arbeitsbereichen kann eine fehlende Sicherung lebensgefährliche Folgen haben.
Die richtige Planung ist entscheidend
Vor jeder Rohrabsperrung sollten die Einsatzbedingungen sorgfältig bewertet werden. Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle.
Rohrdurchmesser
Maximaler Sperr- und Gegendruck
Zustand der Rohrleitung
Auswahl der geeigneten Rohrabsperrblase
Dimensionierung der Ausschubsicherung
Prüfung aller Komponenten vor dem Einsatz
Ebenso wichtig sind regelmäßige Sichtprüfungen sowie die sachgerechte Lagerung und Wartung der eingesetzten Absperrblasen.
Moderne Ausschubsicherungen sparen Zeit und erhöhen die Sicherheit
Während früher häufig provisorische Holzabstützungen verwendet wurden, setzen professionelle Anwender heute auf speziell entwickelte Ausschubsicherungssysteme.
Diese bieten zahlreiche Vorteile:
Schnelle Montage
Definierte Kraftaufnahme
Hohe Stabilität
Wiederverwendbarkeit
Anpassung an unterschiedliche Rohrdurchmesser
Professionelle Sicherungssysteme, wie die Verbaugeräte der Beck GmbH (erhältlich bei der MOWOTAS) minimieren Montagefehler und sorgen für einen einheitlich hohen Sicherheitsstandard auf jeder Baustelle.
Verbaugeräte von Beck
Das Verbaugerät und die Zusatzverstrebung sind jeweils eine Einheit, die im Kanalschacht zu einer Gerätekombination zusammengesetzt werden. Unabhängig von der Größe des Schachtes kann das Ver-baugerät einfach und schnell waagerecht in das Rohrende vor dem Rohrverschluß oder Rohrprüfgerät eingebaut werden. Bei Axialdruck des Rohrverschlusses an die Haltestücke des Verbaugerätes wird der mit der Spindel eingestellte Radialdruck der Druckstücke an die Rohrinnenwand zusätzlich erhöht. Der Einbau der Zusatzverstrebung ist einfach und schnell durchzuführen. Die Zusatzverstrebung kann an BECK-Verbaugeräte für Rohre von Nennweite 300mm bis 1000 mm aufgesteckt werden. Die Bodenabstützung und Gerätelänge der Zusatzverstrebung sind variabel je nach Rohrdurchmesser und Breite des Kanalschachts (von 1000 bis 1600 mm).
Der Einbau der Zusatzverstrebung ist einfach und schnell durchzuführen. Die Zusatzverstrebung kann an BECK-Verbaugeräte für Rohre von Nennweite 300mm bis 1000 mm aufgesteckt werden. Die Bodenabstützung und Gerätelänge der Zusatzverstrebung sind variabel je nach Rohrdurchmesser und Breite des Kanalschachts (von 1000 bis 1600 mm) (hier gibt es weiterführende Informationen)
Einbau der Absperrblase mit Verbaugerät
Vor dem Einsatz eines Rohrabsperrgeräts (z.B. Absperrblase) ist dieses außerhalb der Rohrleitung auf Beschädigungen sowie auf Dichtheit zu kontrollieren. Der Transport und das Absetzen des Geräts erfolgen ausschließlich über die vom Hersteller vorgesehenen Anschlagpunkte. Für eine einwandfreie Funktion ist das Rohrabsperrgerät mit seiner vollen Länge und achsenparallel in die Rohrleitung einzusetzen.
Sofern erforderlich, wird das Rohrabsperrgerät an die vom Hersteller gelieferte oder eine vergleichbare Steuereinheit mit integriertem Druckbegrenzungsventil angeschlossen. Der Dichtkörper wird zunächst mit einem ungefährlichen, nicht brennbaren Füllgas oder einer geeigneten Flüssigkeit nur so weit befüllt, bis er gleichmäßig an der Rohrwandung anliegt. Bei mechanischen Rohrabsperrgeräten (z.B. Absperrscheiben) werden anschließend die Pressteller mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment angezogen, bis eine sichere Abdichtung der Rohrleitung erreicht ist.
Zum Schutz gegen Ausschub oder unkontrolliertes Verschieben infolge des anstehenden Leitungsdrucks ist eine geeignete formschlüssige Sicherung, beispielsweise durch einen Verbau (siehe Gerät oben von Beck), einzubauen. Erst nach erfolgreicher Sicherung erfolgt das weitere Befüllen des Dichtkörpers von außerhalb des Gefahrenbereichs bis zum festgelegten Geräteinnendruck. Die konsequente Einhaltung dieser Arbeitsschritte gewährleistet eine sichere, normgerechte und zuverlässige Rohrabsperrung (siehe DGUV Information 201-022, Seite 20).
Überwachung und sicherer Ausbau der Absperrblase und Abbau der Verbaugeräte
Während des gesamten Einsatzes ist der Geräteinnendruck der Blase kontinuierlich von außerhalb des Gefahrenbereichs zu überwachen. Werden Druckprüfungen durchgeführt, ist zusätzlich der Leitungsdruck ebenfalls außerhalb des Gefahrenbereichs zu kontrollieren. Der Aufenthalt von Personen innerhalb des Gefahrenbereichs ist während der Druckbeaufschlagung grundsätzlich unzulässig.
Werden Schweißarbeiten an der Rohrleitung durchgeführt, sind die Auswirkungen der Wärmeeinwirkung auf die Dichtkörper des Rohrabsperrgeräts zu berücksichtigen. Eine thermische Belastung kann die Eigenschaften des Dichtmaterials beeinflussen und ist bei der Planung und Durchführung der Arbeiten entsprechend zu beachten. Muss die Rohrleitung oder ein Inertisierungsraum mit Gas beaufschlagt werden, dürfen ausschließlich hierfür geeignete und zugelassene Gase verwendet werden.
Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt der Ausbau des Rohrabsperrgeräts in umgekehrter Reihenfolge. Zunächst ist der Leitungsdruck vollständig abzubauen. Zuvor darf mit dem Ausbau nicht begonnen werden. Der Gegendruck und Sperrdruck muss vollständig abgebaut sein. Anschließend wird der Geräteinnendruck der Absperrblase vollständig abgelassen, bevor die Ausschubsicherung (das Verbaugerät) entfernt wird. Bei mechanischen Rohrabsperrgeräten sind danach die Pressteller zu entspannen und auszubauen. Abschließend wird das Rohrabsperrgerät aus der Rohrleitung entnommen und einer sorgfältigen Sichtkontrolle auf Beschädigungen unterzogen, um seine weitere Einsatzfähigkeit sicherzustellen (DGUV Information 201-022, S. 21)
Fazit
Rohrabsperrblasen sind aus der modernen Kanaltechnik nicht mehr wegzudenken. Ihre sichere Anwendung setzt jedoch voraus, dass auftretende Ausschubkräfte zuverlässig beherrscht werden.
Eine professionell dimensionierte Ausschubsicherung schützt Mitarbeiter, Maschinen und Bauwerke und bildet die Grundlage für sicheres, effizientes und normgerechtes Arbeiten. Wer auf hochwertige Absperrblasen und passende Sicherungssysteme setzt, wie die hochwertigen Verbaugeräte der Beck GmbH (Made in Germany!), investiert nachhaltig in Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
