Selbstauflösende Reinigungsmolche – die nächste Generation der Leitungsreinigung?
Ein Praxisfall aus der Schweiz zeigt: Auch komplexe Herausforderungen in der Leitungshygiene lassen sich mit bewährter Technik und dem richtigen Know-how meistern.
Die Herausforderung: Biofilm und Ablagerungen in einer 6,1 km langen Abwasserdruckleitung
Ein Schweizer Energieversorger wandte sich mit einer konkreten Anfrage an MOWOTAS: In einer 200 mm Abwasser-Druckleitung mit einem Bruttogefälle von über 500 m und einem Betriebsdruck von ca. 50 bar hatten sich – bedingt durch unregelmäßigen Abwasserfluss – Ablagerungen und ein zäher Biofilm gebildet. Die Reinigung der 6,1 km langen Leitung war dringend notwendig.
Die Idee des Kunden: Ein Schaumstoffmolch sollte in die Leitung eingebracht und mithilfe des vorhandenen Leitungsdrucks durch die Leitung gespült werden. Am Ende – so der Wunsch – sollte sich der Molch im Idealfall auflösen oder durch mehrere kleine Düsenöffnungen entweichen.
Doch lässt sich eine solche Lösung technisch umsetzen?
Die Antwort: Klare Grenzen für Molche – und klare Empfehlungen von MOWOTAS
- Auflösende Reinigungsmolche existieren derzeit nicht. Ein Molch muss – so wie er eingebracht wurde – auch wieder mit dem vollen Rohrquerschnitt aus der Leitung austreten können. Ein Ø 200 mm Molch passt nicht durch kleine Düsenöffnungen am Leitungsende.
- Der Molch hält den hohen Betriebsdruck von 50 bar problemlos aus. Der Druck zerstört ihn nicht – er verformt sich lediglich elastisch. Der Molch wird jedoch nicht in kleine Fragmente zerfallen, die durch die Enddüsen austreten könnten.
- Lösungsvorschlag: Der Kunde muss im Moment noch einen geeigneten Molchausgang schaffen
Empfohlene Reinigungslösung für die Leitung sobald ein Ausgang für den Reinigungsmolch besteht
Für den konkreten Anwendungsfall empfahl MOWOTAS ein dreistufiges Reinigungsverfahren mit abgestimmten Molchtypen sobald eine Ausgangsvorrichtung in der Leitung wäre, durch welche der Molch wieder geborgen werden kann:
| Reinigungsschritt | Molchtyp | Ø Größe |
|---|---|---|
| Vorreinigung | M-UB | 185 mm |
| Hauptreinigung | LM | 200 mm |
| Nachreinigung | M-KB | 195 mm |
Diese Kombination erlaubt es, den Biofilm sowie lose und feste Ablagerungen effizient zu lösen und aus der Leitung auszutragen.
Fazit: Reinigungsmolche sind kraftvoll – aber brauchen einen klaren Weg
Schaumstoffmolche aus PUR-Schaum sind ein bewährtes Werkzeug für die mechanische Reinigung von Druckleitungen – auch im Abwasserbereich. Doch sie folgen klaren physikalischen Grenzen:
- Kein „magisches Auflösen“ am Leitungsende
- Kein „Durchpressen“ durch Düsen oder kleine Öffnungen
Wenn jedoch die infrastrukturellen Voraussetzungen stimmen, bieten Molche eine hochwirksame, druckbasierte Reinigungslösung – sicher, wirtschaftlich und ohne chemische Zusätze.
Und für die Zukunft gilt: An Lösungen für sich selbst in der Leitung auflösende Molche wird bereits gearbeitet. Die Entwicklung solcher innovativen Systeme schreitet voran – es ist gut möglich, dass in absehbarer Zeit auch komplexe Leitungsenden ohne Leitungsausgang erfolgreich mit Molchtechnik gereinigt werden können.
Sie haben eine ähnliche Herausforderung?
Sprechen Sie mit uns! Wir beraten Sie individuell und liefern Ihnen die passende Lösung – inklusive Molchangebot, abgestimmt auf Ihre Leitung, Ihren Durchmesser und Ihr Medium.
Kontaktieren Sie uns direkt:
info@mowotas.de
Neugierig, wer dahinter steckt?
Hier geht's direkt zum
LinkedIn-Profil
von Dr. Daniela Brandt, der Autorin dieses Beitrags.
Oder scannen Sie einfach den QR-Code mit dem Handy:
